Gerätevorstellungen - auch wie früher

Der Begriff Gedöns bezeichnet umgangssprachlich überflüssige Gegenstände, die für den alltäglichen Gebrauch nicht unbedingt nötig sind

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Armin777
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#151

Beitrag von Armin777 »

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1989 löste der E-206 seinen Vorgänger von 1985 den E-205 ab. Der Preis stiegt von 2.400 auf 2.800 DM, die Leistung von 2 mal 110 Watt auf zwei mal 140 Watt (an 4 Ohm bei 0,02% THD). Was exakt gleich blieb war die Qualität!

Was neu war: die Bezeichnung des Phonoeingangs, bisher DISC wechselte nun auf AD (Analogue Disc). Es gibt zwei Phonoeingänge, wobei einer nur MM-Systeme, der andere nur MC-Systeme sehen möchte. Vorne gibt es einen Umschalter (MM-MC), aber hinten zwei Paar Buchsen. Ausgestattet mit den schicken Holzseitenwangen sieht der E-206 auch heute noch modern und zeitlos aus und spielt nach einer Auffrischung in der Werkstatt wieder wie neu und das für eine sehr, sehr lange Zeit.

Insofern sind Accuphase-Geräte eine Anschaffung für's Leben, ebenso ist der Wertverlust so gut wie nicht vorhanden. Die Hifi-Zeile in Worpswede bietet einen komplett überholten E-206 mit Garantie für 2.198,-€ an. Wer sagt's denn?
Beste Grüße
Armin von good-old-hifi.de
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Armin777
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#152

Beitrag von Armin777 »

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Dieser Verstärker stammt noch aus der "guten alten Zeit" nämlich von 1973. Damals war die Hifi-Welt noch vollkommen in Ordnung. Deutsche Hersteller bauten die meist sehr barock anmutenden Geräte noch hierzulande und "Japaner" wurden noch als "billige Importgeräte" betrachtet - das war mit chinesischen Autos bis vor noch gar nicht allzu langer Zeit auch noch so.

Kenwood Deutschland war damals noch in Frankfurt beheimatet, bevor man später wegen des raschen Aufstiegs nach Heusenstamm zog. In Berlin gab es genau einen einzigen Händler, der dieses Fabrikat exklusiv anbieten durfte. Dort konnte man diesen großartigen Verstärker für für rund 1.500 DM kaufen. Er hat technische Daten, die einen damaligen Braun CSV-510, der nur 50,-DM weniger kostete, dermaßen in die Schranken wies, dass der Braun Verstärker errötet wäre, hätte er nicht eine Aluminiumfront. Statt zweimal 50 Watt sinus des Braun, bot der Kenwood zwei mal 85 Watt - und auch die übrigen Daten sehen ähnlich besser für den Kenwood aus. Dennoch wurden hierzulande beinahe 20mal soviele CSV-510 verkauft wie von dem Kenwood. Und entsprechend selten ist der heute zu finden.

Aber gerade das ist sehr schade, denn der KA-8004 kann seinen Besitzer auch im stolzen Alter von 53 Jahren noch wirklich begeistern. Er verfügt schon über zwei Phonoeingänge, noch zusätzlich einen Mikrofoneingang, drei Hochpegeleingänge und zwei Tape-Anschlüsse samt Überspielmöglichkeiten. Zudem ist er zwischen Vor- und Endverstärker auftrennbar. Man kann drei Paar Lautsprecher anschließen und hat mannigfache Klangbeeinflussungsmöglichkeiten: Drei Filter und je zwei wählbare Einsatzfrequenzen bei Bass und Höhen. Zusätzlich gibt es noch eine schaltbare Loudness und einen Mutingschalter (-20dB). Das Ganze in großartiger Qualität - funktioniert auch heute noch ganz problemlos.

Die gelben Leuchten unten in der farblich abgesetzen Blende zeigen den gerade angewählten Eingang an. Bei dem abgebildeten Exemplar fehlen leider die schicken Holzseitenteile und die verchromten Zierblenden an den Kanten. Die hatte der Kunde vor dem Versand abgenommen, um sie vor möglichen Transportschäden zu bewahren.

Einziger Knackpunkt dieser Baureihen sind die Knöpfe der Kippschalter aus schwarzem Kunststoff mit einem Aluröhrchen am unteren Ende. Die brechen leider gerne ab, wenn sie im Lauf der Jahrzehnte versprödet sind. Ersatz dafür zu bekommen ist kaum möglich, bisher jedenfalls.

Dieses Exemplar stammt übrigens aus der umfangreichen Sammlung von Martin (HisVoice).
Beste Grüße
Armin von good-old-hifi.de
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Armin777
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#153

Beitrag von Armin777 »

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Dies war der zweitkleinste Verstärker im Programm von JVC im Jahr 1980. Es gab den noch kleineren A-S3, die größeren hießen alle AX-... von 1 bis 9 (nicht lückenlos!). Er kostete damals 448,-DM und war damit gute Einsteigerklasse mit seinen zwei mal 31 Watt sinus an 8 Ohm.

Immerhin hatte er einen relativ aufwändigen Phonoentzerrer und Anschlüsse für zwei Tapes und zwei Paar Lautsprecher. Für das zweite Tape gab es vier Cinchbuchsen auf der Frontplatte inklusive Überspielmöglichkeit. Die Verarbeitungsqualität war, wie man es von JVC gewohnt war, makellos.
Beste Grüße
Armin von good-old-hifi.de
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#154

Beitrag von karlheinz »

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Armin777
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#155

Beitrag von Armin777 »

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1983 erschien dieser Vollverstärker als größter im Kenwood-Programm. Sein Name: KA-2200 und es gab ihn weltweit nur in silber, außer im Heimatland Japan gab es ihn nur in schwarz, dort hieß er dann L-03A.

Als Besonderheiten gibt es an ihm so Einiges: ein Class-G-Verstärker mit vier Endstufen, zwei kleinen und zwei großen, zwischen denen blitzschnell hin- und her geschaltet werden kann, wenn die Pegel größer werden. Zudem hat er auch die Sigma-Drive-Lautsprecheranschlüsse, die einen Dämpfungsfaktor bis zu 1000 ermöglichen. Der Phonovorverstärker kann MM- und MC-Tonabnehmer verarbeiten, wo Störabstände von 96 bzw. 76 dB schon erwähnenswert sind. Er leistet reichliche zwei mal 160 Watt sinus an 4 Ohm. Bei einer kleinen Unterbrechung der Musikwiedergabe (z.B. weil das Telefon klingelt) kann man bequem die Fadertaste antippen, schon wird die Lautstärke sanft auf Null heruntergefahren. Nocheinmal tippen und die vorgewählte Lautstärke wird wieder genau so sanft hochgefahren.

Der Solidität ausstrahlende Vollverstärker kostete seinerzeit vergleichsweise preiswerte 1.598,-DM. Heute tauchen diese Verstärker leider nur noch selten auf in den üblichen Verkaufsplattformen. Man muss schon Glück haben einen zu finden.
Beste Grüße
Armin von good-old-hifi.de
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Armin777
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#156

Beitrag von Armin777 »

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1977 brachte die japanische Marke AIWA disen Receiver als Nachfolger des AX-7500 auf den Markt. Da die Veränderungen nur sehr gering waren, nannte man den Nachfolger AX-7550.

AIWA wurde 1951 gegründet und stellte anfangs nur Mikrofone her, aber nach Einführung der Musik-Cassette (1967) spezialisierte man sich als erster Hersteller Japans auf dieses Gebiet. SONY kaufte ab 1967 deswegen ständig Aiwa-Aktien bis man 1982 die Aktienmehrheit erreicht hatte. Von da an war AIWA eine SONY-Tochtergesellschaft. 2006 gab SONY diese Marke endgültig auf.

In der Zeit zwischen 1982 und 2001 war AIWA in bestimmten Bereichen äußerst erfolgreich. So wurden die später von SONY unter dem Namen "Walkman" angebotenen Geräte zuerst von AIWA entwickelt und verkauft. Schon 1980 verkaufte man einen kleinen tragbaren Kassettenrecorder (TP-S30) ohne Lautsprecher, er war komplett aus Metall gefertigt und sehr robust. In den 1990er-Jahren war AIWA Weltmarktführer im Bereich Kompaktanlagen (Doppel-Kassette + CD (Wechsler) + Receiver in einem würfelförmigen Gehäuse mit separaten Boxen), es wurden Millionen davon weltweit verkauft. Dennoch geriet die Marke 2001 in finanzielle Schwierigkeiten und musste sich von Sony zunächst retten lassen.

Der Receiver von 1977 ist schon von der Optik her ganz anders als die Konkurrenten. Auch die Ausstattung war anders als üblich, es gab zwei Tape-Anschlüsse, einer davon auch noch zusätzlich in DIN-Norm an der Front. Der Mirkofonanschluss an der Front war mittels Potentiometer zu jeder Quelle zuregelbar - für Karaoke! Die Ausgangsleistung betrug zu dieser Zeit übliche zwei mal 36 Watt sinus an 4 Ohm nach DIN. Kostenpunkt damals 998,- DM.

Sony bot zur gleichen Zeit den STR-7055 zum gleichen Preis an - klar, dass der deutlich erfolgreicher war. Dafür ist der AIWA heute so selten zu finden, einen STR-7055 bekommt man dafür an jeder Ecke...
Beste Grüße
Armin von good-old-hifi.de
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#157

Beitrag von Armin777 »

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Im Jahr 1991 brachte die Firma Rotel eine völlig neue Serie auf den Markt, mit der man Maßstäbe setzen wollte. Eine Serie die von vornherein in der Liga der absoluten High-End-Produkte mitspielte. Genannt wurden diese edle Serie "Michi". Alles überragend gut gemachte Produkte, wobei man keinerlei Kompromisse einging - alles nur vom Feinsten. In der ersten Serie von 1991 gab es zwei Vorverstärker (einer davon sogar passiv - also ohne Strom!), zwei Endstufen, einen CD-Player und einen Tuner. Und eben diesen Phonovorverstärker.

Alle Geräte waren mit silbernen oder graphitfarbenen (siehe Foto) Frontplatten, sowie rötlichen Holzseitenteilen gestaltet. Dieser Phono-Equalizer wiegt 6,8kg und kostete satte 2.798,-DM. Er kann MM- (2,5mV) und MC- (0,3mV) Tonabnehmer bedienen, sein Frequenzgang zwischen 20 Hz und 20.000 Hz weicht nur um plus/minus 0,1 dB ab und der Klirr liegt bei nur bei 0,005%. Der Rauschabstand beträgt 75dB bei MC und 90 dB bei MM. Der Aufbau ist äußerst eindrucksvoll auf hochwertigstem Platinenmaterial.

Für den passiven Vorverstärker RHC-10 war dieser RHQ-10 ein Muss, wollte man daran Plattenspieler betreiben.

Dieses Modell ist gebraucht so gut wie nicht aufzutreiben. Falls doch, dürfte es aber kaum im dreistelligen Bereich liegen.
Beste Grüße
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#158

Beitrag von Forza SGE »

@Armin, hast Du auch ein Bild vom Innenraum? Ist bestimmt opulent aufgebaut.
Danke und Grüße
Gruß und FORZA SGE
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#159

Beitrag von Armin777 »

Ja, hier:

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Re: Gerätevorstellungen - auch wie früher

#160

Beitrag von Forza SGE »

Super, Danke :drink:
Gruß und FORZA SGE

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